Am 17. und 18. Januar nahmen drei Leistungskurse für Politik und Wirtschaft an einem Planspiel in der Evangelischen Akademie Hofgeismar teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „Globalisierung gestalten. Multilaterale Zusammenarbeit oder nationale Alleingänge?“
Mit dabei waren zwei Kurse des Goethe-Gymnasiums, geleitet von Markus Mengel und Dr. Nico Weinmann, sowie ein Kurs der Melanchthon-Schule Steinatal. Im Rahmen des Planspiels simulierten die Schülerinnen und Schüler Konferenzen der Vereinten Nationen zu den aktuellen Themen Weltklimapolitik und Friedenssicherung.
Eine besondere Herausforderung bestand darin, dass die Teilnehmenden in die Perspektiven verschiedener Länder aus dem globalen Norden und Süden schlüpfen mussten, um deren Interessen und Positionen zu vertreten. Dadurch wurde ein Einblick in die oft konträren Standpunkte und Prioritäten der internationalen Diplomatie ermöglicht. „Es war spannend zu erleben, wie unterschiedlich die Prioritäten der Länder sind – manchmal fühlte es sich an, als würden wir komplett aneinander vorbeireden“, bemerkte eine Schülerin. Zusätzlich gab es ein Presseteam, das den Konferenzverlauf in Bild und Ton dokumentierte. „Die Rolle der Presse hat mir gezeigt, wie wichtig die öffentliche Wahrnehmung in solchen Prozessen ist“, ergänzte ein Schüler aus dem Presseteam.
Ziel der Exkursion war es, in einer Zeit zunehmender globaler Herausforderungen die Potenziale und Grenzen der internationalen Zusammenarbeit zu erkunden. Die Teilnehmenden diskutierten Lösungsansätze und erlebten hautnah, wie multilaterale Prozesse ablaufen und welche Herausforderungen dabei auftreten – von der Formulierung von Konferenzresolutionen bis zur Suche nach Kompromissen. „Die Suche nach einem Kompromiss war oft schwieriger, als ich dachte. Es gab Momente, in denen ich das Gefühl hatte, wir kommen nie auf einen Nenner,“ gab ein Teilnehmer zu.
Das Planspiel bot eine lehrreiche Möglichkeit, Wissen über globale Zusammenhänge praktisch anzuwenden und die Bedeutung von Diplomatie und globaler Verantwortung zu erleben. „Ich habe verstanden, wie viel Arbeit hinter einer einzigen Resolution steckt. Es war wirklich beeindruckend,“ fasste eine Schülerin ihre Eindrücke zusammen.
Insgesamt war das Planspiel für alle Beteiligten eine intensive und bereichernde Erfahrung, die Einblicke in die komplexen Prozesse der internationalen Zusammenarbeit bot und zum Nachdenken über globale Verantwortung anregte.

